Zaubern und dann doch nicht?

21.04.2013

Ups!

Das war ein wirklich aufregender Auftritt, der eigentlich gar kein richtiger Auftritt wurde.

Eingeladen war ich zu einer Konfirmation in Neustadt/Pfalz.

Ich sollte zaubern und außerdem wurde eine Comedy-Einlage von mir erbeten.

Das Desaster ging allerdings schon mit dem Einparken los: Als ich mein Auto direkt vor dem Restaurant in eine Parklücke stellen wollte, stieß ich (wirklich nur sehr leicht) an eins der dort parkenden Fahrzeuge und wurde bereits von den umstehenden Gästen lauthals beschimpft.

Cooler Einstieg! :-(

Ich stellte mich dennoch freundlich vor und richtete mich mit meinem Zauberkoffer in dem etwas engen und kleinen Weinkeller ein.

Nach dem ersten Gang präsentierte ich meine Comedy-Einlage als "Frau Klöpke", die auf der Suche nach einem geeigneten Predigtthema ist - und nicht wirklich zündete. Alles wirkte etwas deplatziert und um ehrlich zu sein, ich bin mit der Nummer ziemlich verhungert. Das lag daran, dass dieser Sketch davon lebt, dass biblische Geschichten mit Märchen und Sagen durcheinander gemixt werden. Eigentlich eine sehr witzige Geschichte und bei meinen Konzerten mit superzwei immer ein Highlight, aber das funktioniert natürlich wirklich viel besser in kirchlichen Kreisen, wo die biblischen Geschichten auch annähernd bekannt sind...! Hier war dem irgendwie nicht so und das Ganze passte auch nicht so richtig rein. Blöd von mir, aber viel anderes hatte ich dafür auch nicht in der Hinterhand...!

Das hatte ich schon befürchtet und mir war klar, dieses Experiment "Mischung aus Zauberei und Comedy" werde ich in dieser Form mit Sicherheit nicht wiederholen!

Anschließend wurde gegessen und ich wartete auf die Gelegenheit, mein zweites Set als Zauberkünstler zu performen. 

Das wollte ich aber richtig gut machen und alles wieder rausreißen!

 

Nach dem Essen vertrat man sich noch kurz die Beine im Hof, doch die Oma des Konfirmanden fiel dabei unglücklicherweise die steile Treppe in den Weinkeller hinunter. Die helfende und herbei eilende Schwiegertochter fiel gleich hinterher und so saßen dann zwei blutende und leicht benommene Damen auf dem Hof des Restaurants und warteten auf den Krankenwagen.

Super!

Und jetzt soll ich zaubern und für gute Laune sorgen? Na toll!

Völlig unsicher stand ich dabei und war gespannt, wie der weitere Ablauf des Tages sich wohl gestalten würde.

 

Irgendwann kam dann der Krankenwagen durch die engen Gassen und nach dem Abtransport und nachdem sich die Aufregung ein bisschen gelegt hatte, kam die Mutter des Konfirmationskindes auf mich zu, drückte mir einen Umschlag mit meinem Honorar in die Hand und meinte:

"Ich glaube, es ist das Beste, wenn wir Ihren Programmpunkt streichen und Sie wieder nach Hause fahren. Dafür hat jetzt niemand von uns wirklich den Kopf frei!

Ich hoffe, Sie haben dafür Verständnis!"

 

Ja.

Hatte ich.

Mehr als das.

Später rief ich an und konnte erfahren, dass es der Oma wieder besser geht.

Und ich war froh, dass ich nicht in so einer Situation auch noch zaubern musste.

 

 

 

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